Gemeindeverwaltung Tentlingen
Präderwanstrasse 1
1734 Tentlingen

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Öffnungszeiten

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Freitag 08:00 - 12:00
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vor Feiertagen bis 16:00

Geschichte

Name und Entstehung:

Erstmalige Erwähnung zwischen 1201 und 1212 unter der romanischen Bezeichnung Tentenens, 1363 in der deutschen Form als Tintingen. Sowohl die deutsche als auch die französische Fassung (Tinterin) des Ortsnamens gehen namensgeschichtlich auf das alemannische Tantilingun zurück, das aus dem hochdeutschen Personennamen Dandil- und dem Suffix -ingen (d.h. bei den Nachkommen des ...) zusammengesetzt ist. Tentlingen ist somit der Ort, wo sich die Nachkommen des Dandil niederliessen. Die Alemannen dürften den Ort etwa im 9./10. Jh. gegründet haben. Die romanische Form ist wohl frühe romanische umsetzung, die sich aus der Nähe zur Sprachgrenze erklärt.
Tentlingen gehörte von Alters her zur Pfarrei Giffers, die ihrerseits 1630 durch Abtrennung von der Pfarrei Marly/Mertenlach entstanden ist.

Das Gebiet der Gemeinde Tentlingen bildete einst als Teil der Alten Landschaft einen Schrot, d.h. einen Abschnitt der Pfarrgemeinde Giffers. Bei deren Aufteilung 1831/32 wurde aus dem Tentlingenschrot die heutige politische Gemeinde Tentlingen.
Ab 1999 gehört die reformierte Bevölkerung von Tentlingen zur evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Rechthalten.

Wappen:

Schräg graviert von Silber und Rot, im Schildhaupt überdeckt von goldenem Joch.

Das in den 1930er Jahren angenommene Wappen entspricht im Wesentlichen jenem der Familie Corpataux, die hier einst einen bedeutenden Teil des Gebietes besass. Die Gemeinde fügte aber das Joch bei, so wie es sich auf dem Banner der Militärkompanie im 15. Jh. befand.


Ofenhaus:

Das Ofenhaus in der Stersmühle wurde am 1. Juli 1987 vom damaligen Besitzer der Gemeinde geschenkt. Nach einer Renovation im Jahre 1988 wurde es mit Brotbacken eingeweiht und ist zweifelsohne ein kulturelles Schmuckstück unserer Gemeinde. Die Jahreszahl 1783 ist gut sichtbar im Sandsteinofen eingraviert.




Das Tentlinger-Haus:

Bei der Einmündung von der Hauptstrasse in die Präderwanstrasse, direkt bei der Einfahrt zum Gemeindehaus, stand ein Bauernhaus aus dem späten 18. Jahrhundert. Als erster Besitzer konnte 1790 Joseph Corpataux ausgemacht werden. Im Jahre 1819 wurde der Wert des Hauses auf 500.- geschätzt.

Am 17. Juni 1983 wurde das Haus an seinem neuen Standort im Beisein von Gemeindebehörden und ehemaligen Bewohnern eingeweiht.

Das Tentlingerhaus im Freilichtmuseum Ballenberg
Gedicht zum Tentlingerhaus

Die Glocke beim Werkhof:

An der Grenze zwischen Tentlingen und Giffers (Baletschied) stand einst die St. Nikolauskapelle, welche im 16. Jahrhundert aufgebaut wurde. 1880 musste die Kapelle einer neuen Strasse weichen. Die Glocke, welche bis anhin in dieser Kapelle hing, wurde 1888 bei Herrn Cotting (Wirt in Paphuet, Bachwy) gegen eine rote, französische Grenadieruniform umgetauscht, mit welcher man in Giffers den Kirchenpolizisten ausstattete.

Später gelangte das Glöcklein durch Kauf oder Schenkung in den Besitz der Redemptoristen, die in der Nähe von Muffethan ein Kapellchen besassen. Durch einen Erdrutsch wurde das Kapellchen zerstört. Das Glöcklein, welches durch den Unfall die Henkel verlor und deswegen unmittelbar am Joch angeschraubt ist, überstand den Unfall fast unbeschädigt. Kurz darauf wurde es vom Pfarrherrn von Muffethan in Obhut genommen.

Im Jahre 2001 liess die Pfarrei Giffers - Tentlingen eine Kopie der Glocke anfertigen, welche anlässlich der 800-Jahr-Feier der Gemeinde Tentlingen übergeben wurde.

Das Original befindet sich noch heute in der Kirche von Bonnefontaine, wo es neben der Sakristei aufgehängt ist. Die Inschrift mit der Widmung S NICOLAVS ORA PRO NOBIS ist noch immer sehr gut lesbar.